Wer viel Zeit im Grünen verbringt, der konnte bestimmt schon die ersten Reptilien beobachten. In den letzten Wochen hat die Sonne ordentlich an Energie gewonnen, es ist wärmer und der Sommer scheint schon im vollen Gange zu sein. Im Frühjahr kommen die Kriechtiere aus ihren Überwinterungsquartieren und suchen sich sonnige und exponierte Standorte wie Mauern, Stein oder Asphalt, da es dort rasch warm wird. Reptilien brauchen einen reich strukturierten Lebensraum mit Versteckmöglichkeiten, Sonnenplätzen, Artgenossen zur Paarung, sowie geeignete Eiablageplätze und genügend Nahrung. Da unsere heimischen Lebensräume jedoch immer mehr an Strukturreichtum verlieren, wird der bevorzugte Lebensraum für die Reptilien immer weniger. © Haschka Robert / wildenachbarn.at Smaragdeidechsen Männchen und Weibchen Ist das ein Amphib oder doch ein Reptil? Doch nicht nur die Reptilien sind wieder unterwegs. Durch die wärmeren Temperaturen kommen immer mehr Tiere aus ihren Winterquartieren gekrochen, so sind auch viele Amphibien unterwegs, doch was ist der Unterschied zwischen den beiden Taxa? Reptilien sowie Amphibien bringen beide ihre Jungen in Eiern zur Welt, Amphibien sind dabei jedoch stark ans Wasser gebunden. Sie legen ihre Eier, die Laich genannt werden, in unterschiedliche Gewässer wie Seen, Flüsse, Bäche oder auch Spurrinnen von Fahrzeugen in denen das Wasser stehen bleibt. Reptilien können ihre Eier unabhängig von Gewässern platzieren, sie haben eine Schale, die vor Austrocknung schützt. Auch die schuppige Haut der Reptilien ist so gemacht, dass sie vor Austrocknung geschützt sind, anders bei Amphibien, sie haben eine feuchte und sehr empfindliche Haut. Wer draußen eine noch unbekannte, vermeintliche Eidechsen-Art findet, der sollte sich zur Sicherheit die Finger des Tieres genau anschauen. Eidechsen haben in der Regel vorne 5 Finger und hinten 5 Zehen mit Krallen während Molche vorne 4 Finger und hinten 5 Zehen ohne Krallen haben. © -Barbara- / stadtwildtiere.at Verwechslungsgefahr mit einem Reptil. Der Teichmolch ist jedoch ein Amphib Heimische Reptilien In Österreich gibt es derzeit 15 heimische Reptilienarten. Neben heimischen Schlangenarten, Eidechsen und der Blindschleiche, kann man auch diverse Schildkrötenarten beobachten. Doch nur die europäische Sumpfschildkröte ist heimisch. Andere Schildkrötenarten wie Schmuckschildkröten sind ursprünglich in Nordamerika beheimatet, wurden in Österreich als Haustier gehalten. Da diese Tiere jedoch häufig einfach ausgesetzt werden sind sie auch in heimischen Gewässern anzutreffen. © Sylvia Marchart / stadtwildtiere.at Europäische Sumpfschildkröte sonnt sich auf einem Stein Reptilienschutz im eigenen Garten Jene Personen, die einen Garten besitzen, können durch unterschiedliche Maßnahmen einen Beitrag zum Schutz der Reptilien leisten. Durch das Anlegen von Stein- oder Totholzhaufen wird den Reptilien ein Platz zum Sonnen geboten, der gleichzeitig als Schutz dient. Jedoch reicht ein Steinhaufen allein nicht, auch die Umgebung muss reich strukturiert sein mit Hecken und Wäldern, die zur Vernetzung der Lebensräume dienen. Sind die Reptilien bereits im Garten, bedarf es Vorsicht bei der Gartenarbeit. Besonders während dem Mähen kann es schnell passieren, dass ein Reptil erwischt wird. Damit die Anzahl an Mahdopfern gering bleibt, kann die Schnittmesserhöhe angepasst werden und der Mahdzeitpunkt so gewählt werden, wenn nur wenige Tiere aktiv sind, z.B. an kälteren, bewölkten Tagen. © Sylvia Marchart / stadtwildtiere.at Ringelnatter zwischen Seerosen Vorsicht Katze! Nicht nur wir, das Team von StadtWildTiere und WildeNachbarn, freuen uns über Reptilien, sondern auch unsere Schmusetiger. Wer einen reptilienfreundlichen Garten hat, sollte auch reichlich Versteckmöglichkeiten bieten, sonst kann es auch mal vorkommen das die geschickten Jäger ein Reptil nach Hause bringen. Denn auch vor Schlangen und Eidechsen machen Katzen keinen Halt, und auch diese Meldungen sind wichtige Daten für unsere Aktion „Katzen und ihre WildenNachbarn“. © aL3x / stadtwildtiere.at Katze mit erbeuteter Zauneidechse